Der Wahrsager:14.01.2009 Wer ist die aktuelle Nummer 1 im deutschen Wasserball – Spandau oder Duisburg ?Nach Teil 1 der Deutschen Wasserballmeisterschaft der Männer 2008/2009, der mit dem Splitting des 17er Feldes in Meisterrunde mit 8 Teams und Aufstiegsrunde mit 9 Teams endete, darf man bilanzieren: Die Bundesliga ist ausgeglichener geworden, es hat mehr enge, spannende Partien gegeben als in der Vergangenheit. Ob das freilich mit einer Niveausteigerung einher gegangen ist, darüber darf man streiten. Fakt ist auch, dass der Titel nach allem, was man gesehen hat, nur über zwei Klubs führt: Rekordmeister Spandau 04 und den Vize der Vorsaison ASC Duisburg. Am Samstag (16 Uhr) kommt es an der Wedau zum ersten Duell zwischen den Top-Teams, die beide beanspruchen, die aktuelle Nummer 1 im deutschen Wasserball zu sein. „Das wird ein echter Wahrsager, national die erste wirkliche Standortbestimmung der Saison“, sagt Spandau-Manager Peter Röhle. „Hier kann man Selbstbewusstsein aufbauen. Auch, wenn die entscheidende Phase der Meisterschaft mit den Playoffs noch eine ganzes Ende weit weg ist. Ein Sieg jetzt sichert ein mentales Plus.“ Warum er glaubt, dass die Berliner mit einem Sieg in die Hauptstadt zurückkehren werden, begründet er kurioserweise mit dem frühen und enttäuschenden internationalen Aus der Wasserfreunde zu Beginn der Saison. „Vom Kopf her sind wir nach dem Scheitern in der Euroleague voll konzentriert auf die nationalen Wettbewerbe. Wir wollen uns rehabilitieren und zeigen, dass wir trotz des Fehlstarts einen Schritt nach vorn gemacht haben“, erklärt der einstige Weltklasse-Torwart. Duisburg ist dafür ein dankbarer Gegner, denn die Westdeutschen sind zuletzt unübersehbar stetig besser geworden und haben in Arno Troost ein ehrgeizigen Trainer, der heiß ist auf den Prestigeerfolg. Meister werden, das wäre ein Traum für den ASCD im 100. Jahr seines Bestehens. Der letzte Titelgewinn von 1968 liegt Wasserball-Lichtjahre zurück. Viermal waren die Duisburger seit 2004 Finalgegner von Spandau 04. Dreimal gingen sie chancenlos unter, doch im vergangenen Spieljahr gab es die engste Serie seit langen. Nach dem 9:7 gewonnenen Auftakt verlor das Trost-Team die Folgepartien jeweils nur knapp mit 5:6, 8:10 und 7:11 (7:7) nach Verlängerung. Das Pokalendspiel kurz zuvor bot ein ähnliches Bild: Spandau gewann 9:8. „Ich denke, wir sind endlich mal dran“, sagt ASCD-Kapitän Tobias Kreuzmann. Dagegen haben die Spandauer natürlich etwas. Sie haben alles an Bord, reisen mit Selbstvertrauen und Zuversicht gen Westen zum Duell der beiden Ungeschlagenen, die mit jeweils 10:0 Punkten in der Meisterrunde nur durch das Torverhältnis getrennt sind. Die Wasserfreunde haben eine Plusdifferenz von 89, die Duisburger von 61 Treffern. „Spätestens nach dem Vorjahr sind wir gewarnt. Ausreden, hinter denen man sich verstecken kann, gibt es nicht“, fordert Röhle von den Seinen ein Zeichen der Stärke. Mit entsprechender Einstellung bereitet Trainer Nebojsa Novoselac sein Team vor. Bleibt zu hoffen, dass es auch die entsprechenden Bedingungen haben wird. Denn am Beckenrand war zu hören, dass die freitägliche Übungseinheit im Schöneberger Bundesstützpunkt auf Grund von Reinigungsarbeiten in der Halle ausfallen muss. „Das wäre natürlich alles andere als eine optimale Vorbereitung“, sagt Peter Röhle.
von PM 01/2009 |
mehr zum Thema
zum Archiv